Touren-Tagebuch 2008

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Februar

Da es dieses Jahr doch etwas kühler als 2007 ist, gibt es noch nicht viel zu entdecken. Ich machte bislang auch nur ein paar wenige Erkundungsrunden in der näheren Umgebung. Mit Erschrecken stellte ich dabei fest, dass zwei von mir heiß geliebte Wiesen umgepflügt sind und dieses Jahr als Ackerland dienen. Auf der einen fand ich in den letzten beiden Jahren die seltene Heuschrecken-Sandwespe Sphex funerarius und auf der anderen ein großes Vorkommen des Trauer-Rosenkäfers Oxythyrea funesta (RL 2). Auch sonst waren diese beiden Flächen sehr spannend - vor Allem, weil sie so dicht vor der Haustür lagen.

Zudem stellte ich fest, das entlang eines Entwässerungsgraben rund fünfzig Weiden etwa einen Meter über dem Boden geköpft wurden. Da haben viele Wildbienenarten in dieser Ecke von Hattersheim dieses Jahr echt Probleme, genügend Nahrung zu finden - allen voran Andrena vaga, die Weiden-Sandbiene, die ja auf diese Nektarquelle völlig angewiesen ist.

Ich habe dieses Jahr Bambusröhrchen als Nisthilfen für verschiedene Wildbienen- und Wespenarten vor meinen drei Südfenstern aufgehängt. Mal schauen, ob ich "Untermieter" anlocken kann. Es würde mich riesig freuen, ihnen beim Nestbau zu zuschauen. Ich werde davon berichten. Probieren Sie es doch auch einmal. Es ist ganz einfach. Die Bambusröhrchen sollten einen Durchmesser zwischen 5 und 12mm haben und müssen an einem Ende geschlossen sein - dazu kann man wunderbar den natürlichen Verschluss an den Knoten der Bambusstangen verwenden. Weitere Tipps für Nisthilfen (Bienen und Wespen) kann ich Ihnen per Mail geben. Einfach mal Anfragen.

 

21. Februar 2008

Die ersten Bewohner in den Nisthilfen für Wildbienen finden sich ein. Es sind Gehörnte Mauerbienen (Osmia cornuta), die bei derzeit milden Temperaturen schon mal Erkundungsflüge machen. Im Moment sind es nur Männchen, die Weibchen schlüpfen erst ein paar Tage später, werden sich aber bestimmt auch noch einfinden.

 

23. Februar 2008

Jetzt sind auch die ersten Weibchen bei den Nisthilfen eingetroffen. Sie sind schon fleißig am Mark ausschaben in den Bambusröhrchen.

Als Nahrungsquelle scheint ihnen derzeit nur der Winterschneeball hinter dem Haus zu dienen. Zumindest wimmelt es dort von ihnen. Das Wochenende vom 23. und 24. Februar war ja sehr sonnig und warm (sonntags bis 18°C), doch folgt jetzt wieder eine regnerische Woche mit kühleren Temperaturen - ich bin gespannt wie sie das verkraften und wann der eigentliche Nestbau beginnt.

 

24. Februar 2008

Erste kleine Wanderung bei strahlendem Sonnenschein und mittags um die 15°C Richtung Main am Schwarzbach entlang zum Mühlgraben. Ich wollte mal schauen, ob die Weiden dort schon blühen. Fehlanzeige! Die brauchen noch ein paar Tage. An Insekten gab es folglich auch nichts groß zu entdecken. Lediglich einige unidentifizierbare Fliegen und sich sonnende Vierfleckige Kugel-Marienkäfer (Exochomus quadripustulatus). 


März

02. März 2008

Nachdem gestern Orkantief "Emma" über Deutschland hinweggefegt ist (hat aber hier kaum Schäden angerichtet), weht heute nur noch ein leicht stürmischer Wind. Die Temperaturen sind aber, dank Sonnenschein, noch mild bei rund 12°C. Die Mauerbienen in den Niströhren haben den Sturm gut überstanden. Zudem haben sie sich eine neue Nektarquelle erschlossen: einen meiner direkt unter den Bambusröhrchen stehenden, blühenden Kaktus (Mammillaria backebergiana)! Das hat mich schon überrascht, obwohl ich weiß, das Osmia cornuta recht flexibel in Bezug auf Nahrungspflanzen ist. Ich bin gespannt, ob auch die anderen Kakteen die in einigen Wochen zu blühen beginnen, von Wildbienen angeflogen werden.

Touren mache ich derzeit keine - bei dem unsteten Wetter gibt es noch nicht soviel zu entdecken, doch auch auf der Fensterbank lässt sich das ein oder andere Insekt finden. Zum Beispiel Winterzikaden (Acericerus ribauti / Ribauts Winkerzikade), Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci) oder auch eine seltenere Glattbauchspinne (Trachyzelotes pedestris) der Roten Liste.

08. März 2008

Heute ist das Wetter mal nicht ganz so schlecht: wolkig mit etwas Sonne bei 12°C. Das lockt mich und Nina nach draußen zu einem kleinen Spaziergang. An Pflanzen gibt es vereinzelt die üblichen Verdächtigen des Frühlings: vereinzelt blühendes Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), Behaartes Schaumkraut (Cardamine hirsuta), Vogelmiere, Hohler Lerchensporn und natürlich Krokusse und Narzissen. Die Kornelkirschen sind fast verblüht, ebenso Schneeglöckchen und Winterlinge. Die Weiden in der Nähe des Mühlgrabens in Okriftel stehen in voller Blüte, dennoch gab es an Insekten dort nichts zu finden. Allgemein war in dieser Hinsicht alles ziemlich mau. Es ist einfach noch zu kalt, besonders nachts. Somit beschränkte sich die Fotoausbeute auf ein startendes Männchen der Grünen Krabbenspinne (Diaea dorsata), zwei männliche Sandbienen (Andrena bicolor und eine unbestimmbare) und eine Graue Breitfußschwebfliege (Platycheirus albimanus) auf Kornelkirsche.

 

12. März 2008

Letztes Jahr im Juni hat ja bei mir in dem ein oder anderen Blumentopf (sandiges Substrat - Kakteen) ein Gorytes laticinctus (Grabwespe) Weibchen eifrig Brutkammern angelegt und dafür unzählige Zwergzikaden als Futtervorrat eingetragen. Heute erblickte ihr erster Nachkomme das Licht der Welt - und erlebte sogleich einen Sturm, denn draußen tobt Orkantief Kirsten... Ich hoffe, dieses Jahr werden wieder Nester in den Töpfen meiner Kakteen gebaut, immerhin gibt es dieses Jahr noch mehr Töpfe.

 

15. März 2008

Heute war der bislang wärmste Tag des Monats: 15°C - wenn auch überwiegend bewölkt. Da hielt mich nichts mehr zu Hause. Also das Fahrrad geschnappt und los. Zuerst durch die Wasserwerkalle. Dort, auf dem blühenden Scharbockskraut tummeln sich die ersten Wildbienen. Andrena bicolor (und andere Andrena-Arten, z.B. diese noch nicht bestimmte) Männchen und Weibchen, unbestimmbare Lasioglossumarten und auch die ein oder andere Halictus. Zudem gelang mir ein Foto von Muscina prolapsa, einer zu den Echten Fliegen (Muscidae) gehörende, relativ großen Fliege. Als Verwechslungsart käme in dem Falle noch Muscina levida in Frage, doch die sind meist dunkler gefärbt.

Weiter ging es zum Hahnenpfad. Dort leuchten am Wegesrand große Bestände von Viola odorata (März-Veilchen) in sattem Veilchenblau. Auf einer solchen Veilchenblüte entdeckte ich völlig überraschend eine Wespenbiene: Nomada ferruginata. Ihre Larven schmarotzen bei Andrena praecox.

Auf dem Waldboden flitzen überall Wolfspinnen umher. Eine, wohl auch die häufigste Art, konnte ich fotografieren: Pardosa cf. lugubris.

Am Ziel angekommen, den Weilbacher Kiesgruben, fand ich auf dem leider zusammengebrochenen Bienenhotel am Naturfreundehaus eine Schulterkreuzspinne (Araneus sturmi oder A. triguttatus - lasen sich im Feld nicht auseinanderhalten). Auf dem Dach der Vogelbeobachtungshütte im Naturlehrgebiet tummelten sich einige Fliegen. Zwei Arten konnte ich fotografieren und mit einiger Sicherheit bestimmen: Calliphora vicina und Neomyia cornicina. Ersterer schaute ich etwas länger zu, da sie ständig einen Tropfen Flüssigkeit mit mir unbekannter Zusammensetzung ausspuckte und schließlich wieder einsog. Für dieses Verhalten habe ich keine Erklärung - Sie vielleicht?

Auch verschieden Wildbienen tummelten sich in dem Gebiet. Besonders an einem Hang, an dem Viola x scabra und auch schon das Erdbeer-Fingerkraut wächst. Doch gelang mir nur ein Foto einer noch nicht bestimmten Andrena-Art. Auch der Hummelschweber Bombylius major ist schon zu finden.

Die Weiden blühen dieses Jahr etwas spärlicher, kein Wunder, es gab noch keine wärmeren Tage am Stück. Vereinzelt blühen aber schon verschiedene Prunusarten.

 

17. März 2008

Heute Vormittag schaute ich bei den Kakteentöpfen in einem Zimmer noch mal nach, ob vielleicht weitere Gorytes laticinctus geschlüpft sind. Nein, keine weiteren. Dafür aber eine Stilettfliege Acrosathe annulata!

Ein Kälteeinbruch mit fast täglichen Schneeschauern, Schneeregen, Graupel oder einfach nur Regen machte erst einmal Touren sinnlos.

 

26. März 2008

An den Nisthilfen findet sich ein Parasit der Mauerbienen ein: Cacoxenus indagator / Taufliege (Futterparasit).

 

28. März 2008

Der Frühling hält endlich Einzug - ich hoffe, er bleibt und es gibt nicht noch einen Kälteeinbruch. Heute ging ich die Runde Wasserwerkallee, zur Abwechslung mal in dem Wasserabzugsgraben neben der Allee, Industriestammgleis, "Okrifteler Düne" und durch die Allee zurück. Außer etlichen Wildbienen gab es aber im Großen und ganzen nichts zu finden. Darunter die wunderschönen Andrena fulva, die hier überall anzutreffenden, kleinen Andrena minutula und auch Andrena flavipes sind schon da. Und eine Andrena helvola fand ich, leider stylopisiert (das heißt, von einem Parasiten befallen: Stylops spec. / Fächerflügler).

 

29. März 2008

Endlich Sonne, endlich wärmer!!! Ausflug mit Nina zum NSG Mainzer Sand. Und der Grund des heutigen Besuches dort war schnell gefunden: das Frühlings-Adonisröschen / Adonis vernalis. Ganze Rudel dieser auf der Roten Liste stehenden Pflanze fanden wir zu unserer Freude. Mehr gibt dies Gebiet zu dieser Zeit leider noch nicht her.

 

30. März 2008

Sonne satt und 20°C!!! Die große Runde war geplant: Rundweg Weilbacher Kiesgruben. Doch zu meinem Entsetzen gibt es den nicht mehr - zumindest nicht als Rundweg. Zwischen dem NSG und dem Hof Erhard klafft nun ein riesiges, tiefes Loch - die Kiesgrube wurde erweitert. Vor zwei Wochen war das noch nicht so... Dieses Jahr wird in meiner näheren Umgebung wirklich viel Natur zerstört.

Wenn ich das nächste Mal dorthin komme, muss ich mal schauen, ob man vielleicht anders laufen kann, um den Rundweg doch noch nutzen zu können. Funde gab es dennoch reichlich, insbesondere an der niedrigen Mauer rund um den "Raben". Dort tummeln sich viele Dutzend Dornschrecken. Gefunden habe ich leider nur Nymphen (letztes Larvenstadium) und die sind nicht bestimmbar. Hier mal zwei Fotos: hier und hier. Dann fand ich noch die kleine Furchenbiene Lasioglossum morio, die, wie mir scheint, in den Ritzen der Mauer nistet. Dicht daneben sonnte sich eine nicht wirklich bestimmbare Blumenfliege der Gattung Pegomyia, auf der Mauerkrone hob gerade eine junge Wolfspinne (Pardosa prativaga) ab - auf der Suche nach einem neuen Lebensraum oder vielleicht auch nur auf der Flucht vor mir und meiner Kamera... Dicht daneben landete ein winziger Borkenkäfer. Er blieb nicht lange, doch für ein paar Fotos reichte die Zeit. Im Naturlehrgebiet konnte ich noch ein paar Wanzen der Gattung Rhyparochromus vulgaris fotografieren. Keine Aufnahmen gelangen mir von den zahlreich umher fliegenden Tagpfauenaugen, den Bienen bei den Viola x scabra Beständen und den jungen Zauneidechsen.

Da der Rundweg heute ausbleiben musste, entschloss ich mich, noch einen Abstecher zu den Wiesen und Feldern zwischen Okriftel und Frankfurt-Sindlingen, und dem kleinen Waldstück zwischen Main und Mühlgraben zu machen. Am Standort von Veronica triphyllos (Dreiteiliger Ehrenpreis) fand ich dieses Jahr einige mehr Exemplare, was mich sehr freute und mir bessere Aufnahmen ermöglichte. Ansonsten gab es erst wieder in dem kleinen Waldstück etwas zu fotografieren: verschiedene Fliegen. Zum einen eine nicht näher bestimmbare Schmeißfliege (evtl. Bellardia?). Diese fand ich sehr zahlreich am Boden. Dort rannten und hüpften sie hektisch umher. An den Baumstämmen saßen vereinzelt Phaonia subventa und auch eine bei Forstleuten beliebte Raupenfliege (Phorocera obscura) in der wärmenden Sonne. Auf einem Brombeerblatt sonnte sich eine Behaarte Schwebfliege (Syrphus torvus) und blieb dankenswerter Weise für ein Paar Aufnahmen sitzen.

Reich beschenkt mit Sonne, Wärme und vielen Fotos radelte ich wieder nach Hause, verstaute mein Fahrrad im Keller und wurde beim Gang zur Haustüre noch mit einem Schmetterling an der Hauswand überrascht: Stegania trimaculata / Dreifleck-Pappelspanner. Ein schöner, erfolgreicher Tag geht zu Ende...


April

23. April 2008

Hurra, es ist Frühling!!! Endlich ist es warm! Also machte ich mich auf zur Wasserwerkallee und entdeckte gleich zu Beginn eine männliche Rote Mauerbiene (Osmia bicornis) auf Löwenzahn. Diese Art ist mittlerweile auch in meinen Nisthilfen eingezogen. Ein kleines Stück weiter fand ich eine kleine, schmale Schwebfliege. Zuhause konnte ich sie als Melanostoma schalare bestimmen und in meine Artenliste aufnehmen. Gleich daneben wühlte ein Scheinbockkäfer der Gattung Ischnomera in einer Löwenzahnblüte - der lässt sich leider nicht bis zur Art bestimmen. In einem kleinen Seitenweg konnte ich eine weitere, in meiner Liste noch fehlende Schwebfliegenart finden: Eupeodes corollae, die Gemeine Feld-Schwebfliege. Kaum einen Meter davon entfernt dann auch noch eine Kuckucksbiene, genauer Nomada lathburiana - eine sehr häufig zu findende Art. Was wohl daran liegt, das ihre Wirte Andrena vaga und Andrena cineraria auch noch recht häufig anzutreffen sind. Wobei, A.vaga habe ich dieses Jahr nur ein einziges Mal gesehen. Und zwar heute am Ende meines Rundganges.

In der Wasserwerkallee blühen derzeit noch Scharbockskraut, verschiedene Taubnesseln, Löwenzahn, Efeublättriger Ehrenpreis und vereinzelt auch noch Märzveilchen und Waldveilchen.

Ich bog dann vor der Eisenbahnbrücke rechts in den Weg Richtung Streuobstwiese und Böschung der "Verlängerten Voltastraße" ein. Dort blüht außer Gänseblümchen noch nichts. Die Apfelbäume dort brauchen wohl noch eine Woche bis zum Aufblühen. Auf den Gänseblümchen tummelte sich bei genauerer Betrachtung etwas: eine kleine Kuckucksbiene, Nomada flavoguttata. Dicht daneben sonnte sich eine kleine Fliege und ließ ein nettes Foto zu. Als ich dann mal ein paar Meter zwischen die Obstbäume ging, fand ich eine weitere, noch in meiner Liste fehlende Schwebfliege: Eupeodes luniger, die Mondfleck-Feldschwebfliege.

Weiter, an der Böschung, konnte ich zufällig eine junge, Gehöckerte Krabbenspinne beim Beutefang beobachten. Sie lauerte auf einem Blatt und packte blitzschnell zu, als eine kleine Blutbiene darauf landete. Das Gift wirkt wirklich blitzschnell. Die Blutbiene schien eher reflexartig zu starten -zusammen mit der Spinne im Genick -, doch blieb es beim Start. Beide stürzten, gehalten vom Sicherungsfaden der Spinne, schon nach fünf Zentimetern "Flug" ab. Dort baumelten sie eine Weile ehe die Spinne mit ihrer schweren Last wieder auf das Blatt kletterte.

Ebenfalls an der Böschung konnte ich eine weitere Wespenbiene finden: Nomada fabriciana. Ich habe den Eindruck, dieses Jahr gibt es viel mehr dieser Kuckucksbienen als 2007.

Weitere Insektenarten an der Böschung: nicht bis zur Art bestimmbare Dornschreckennymphen (Tetrix spec.), Wolfspinnen, Schwebfliegen der Gattung Syrphus und  Fliegen - wie diese Blumenfliege (Anthomyiidae); sowie einige kleine Käfer die ich weder fotografieren noch irgendwie bestimmen konnte.

Von dort lief ich dann Richtung Eddersheim zum alten Industriestammgleis. Dort, in einem Feldgehölz, fand ich eine einzige Johannis-Haarmücke (Bibio johannis) und ganz in der Nähe einen Schwarzen Zwergschnellkäfer (Kibuena minutus). Als weiteren Fund aus der großen Käferfamilie sei noch ein Rosenkäfer genannt, der sich am Pollen von Sauerkirsche gütlich tat.

Am Nektar des vereinzelt in den Getreidefeldern blühenden Löwenzahns labte sich eine Ackerhummel (Bombus pascuorum). Häufiger findet sich in den Feldern der Echte Erdrauch, Fumaria officinalis. Auch Acker-Stiefmütterchen sind zu finden.

Auf dem sandigsten Weg bevor es zum See in Okriftel geht, fand ich meine für dieses Jahr erste Weiden-Sandbiene (Andrena vaga) - und auch nur eine einzige! Letztes Jahr tummelten sich dort noch um die fünfzig Tiere.

Auf dem Rückweg, den Schwarzbachweg entlang, entdeckte ich doch tatsächlich in Höhe des Tiergeheges in Hattersheim einen Graureiher im Bach stehen... Ein schöner Abschluss für heute.

 

24. April 2008

Wieder sonniges, warmes (20°C) Frühlingswetter. Also rein in die Bermudas (erstmalig dieses Jahr), ab aufs Rad und runter zu den Mainwiesen zwischen Okriftel und Frankfurt-Sindlingen. Es lohnte sich. Schon auf dem Weg fand ich eine Steinhummel (Bombus lapidarius) am Boden. Leider war sie wohl am Sterben. Ein Stück weiter erfreute mich dafür eine quicklebendige Hummel aus dem Bombus terrestris-Komplex. Und am Boden die hier überall häufige Rotschopfige Sandbiene Andrena haemorrhoa. Endlich an den Wiesen angekommen, fand ich sogleich einige Schwebfliegen auf Wiesenschaumkraut und Hahnenfuß. Darunter die schon tags zuvor enteckte Melanostoma scalare und die allgegenwärtigen Syrphus ribesii und Syrphus vitripennis sowie zwei verschiedene Cheilosia-Arten. Beipielsweise eine Cheilosia albitarsis (in Frage käme in diesem Falle vielleicht auch C. ranunculi). Ebenfalls schwierig zu bestimmen sind die vereinzelt in den Blüten sitzenden Samenkäfer (Bruchinidae) von denen leider die Fotos nicht so toll geworden sind. Dafür klappte es mit dem Foto eines Knospenrüsslers (Peritelus sphaeroides).

In einer Löwenzahnblüte beäugte mich eine kleine Springspinne (Euophrys frontalis) kritisch ehe sie blitzschnell verschwand.

Ich ging dann weiter in das kleine Waldstück an der Bonnemühle das Privatbesitz ist. Ich hoffe, ich störe dort niemanden mit meinem Beobachtungsdrang. Gleich am Eingang zum Wäldchen konnte ich eine kleine Halictus tumulorum (Furchenbiene) beim Sonnenbaden und Putzen beobachten. Unweit davon sonnte sich eine Streckerspinne (Tetragnatha cf. extensa - es gibt einige kaum zu unterscheidende Arten) und überall schwirren kleine Halmfliegen (Thaumatomyia cf. notata) umher. Ich habe versucht, eines dieser nur zwei Millimeter kleinen Tierchen zu fotografieren, doch da stößt meine Kamera ernsthaft an ihre Grenzen...

An den Bäumen sitzen häufig Stelzmücken (Limonia nubeculosa) in typischer Ruhehaltung und am Boden werden die letzten Scharbockskrautblüten noch eifrig von Wollschwebern und verschiedenen von mir nicht bestimmbaren Furchen- und Sandbienen besucht.

Dann trat ich eilig den Rückweg an, da ich feststellte, dass meine Hose am Gesäß völlig durchgescheuert vom Radeln war und ich teilweise im "Freien stand"....

 

27. April 2008

Da wollte ich ins NSG Mönchbruch radeln, doch war der Hinweg schon so spannend und zeitaufwendig, dass ich es lediglich bis zum ersten "Sandweg" an der Neuwegschneise schaffte.

Schon am Mainufer auf der Kelsterbacher Seite lockte mich ein Weidengebüsch magisch an und tatsächlich wurde ich fündig - eine weitere Schwebfliegenart für meine Galerie: Dasysyrphus tricinctus, die Breitband Waldschwebfliege. Und im Gras drum herum stöberte ich etliche Epirrhoe alternata, Graubinden Labkraut-Spanner auf.

Auf den Wiesen rechts des Weges blüht es überreich in gelb, blau und zart lila - Löwenzahn, Kriechender Günsel, Faden-Ehrenpreis und Wiesenschaumkraut. Es stand außer Frage, dass ich da einmal genauer nachschaute. Ich habe zwar kaum Fotos machen können da die Insektenwelt äußerst emsig umher eilte, aber interessant war das Treiben allemal. Verschiedene Wespenbienen (auch Nomada lathburiana) auf der Suche nach Nesteingängen von Sandbienen, Wollschweber auf Nektarsuche, einige Panemeria tenebrata (Hornkraut-Tageule), viele Schwebfliegen (hauptsächlich Syrphusarten), ein paar eilig davon huschende Wolfspinnen und vieles andere wuselte zwischen den Grashalmen und Blüten umher.

Als ich mich dann endlich losreißen konnte, radelte ich zielstrebig Richtung Mönchbruch. Doch schon kurz nach der Brücke über die A 3 kommt das erste interessante Biotop dieses Areals. Eine sehr trockene, sandige Wiese mit großen Beständen der Zypressen-Wolfsmilch. Viel zu entdecken gab es dort aber noch nicht. Außer ein paar winzigen Tettigonia-Nymphen und kleinen nicht näher bestimmbaren Furchenbienen fand einer Schwebfliege, die ich vorsichtig als Cheilosia cf. vernalis bezeichnen möchte, gab es noch nichts zu sehen. Dennoch kostete mich die Suche dort auch erheblich Zeit.

Endlich an meinem ersten, eigentlichen Ziel, den Sandgebieten an der Neuwegschneise angekommen, bog ich gleich in den ersten Weg rechts zu einer der aussichtsreichsten Sandflecken auf. Als erstes fiel mir ein Veilchen auf, das sich als Viola riviniana, Hain-Veilchen, entpuppte. Zudem blühen schon die ersten Ginsterbüsche.

Als erstes suchte ich eine der verkrüppelten, kleinen Kiefern nach Insekten ab. Die dort umherschwirrenden Haarmücken stachen als erstes ins Auge. Und dann gleich zwei Arten auf einmal: Bibio lanigerus und Bibio marci (gemeinhin als Märzmücke/Märzfliege bezeichnet). Der Fund einer Stahlblauen Kiefern-Gespinnstblattwespe (Acantholyda erythrocephala) freute mich so sehr, dass ich mich schließlich richtig ärgerte, dass das einzige Foto, welches ich von ihr machen konnte nicht wirklich gelang (das klägliche Resultat kann hier verrissen werden). Diese Gespinnstblattwespe ist nicht sehr häufig und in der Tat fand ich kein weiteres Exemplar. Ich ärgere mich heute noch!

Wie, um mich zu besänftigen, landete plötzlich ein Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus) auf der Kiefer. Endlich gelangen mir ein paar schönere Aufnahmen von dem kleinen Tagfalter.

Ebenfalls auf dieser Kiefer: eine Ginsterwanze (Pizedorus lituratus). Die ruhte sich dort sicherlich nur aus, da sie sich nur von Ginsterblättern ernährt.

Nachdem ich die Kiefer nun gründlich abgesucht hatte, widmete ich mich den Sand-Freiflächen. Als erstes fielen mir zwei eilige Gesellen auf. Zuerst ein seinem Namen alle Ehre machender Schnellläufer, ein Harpalus tardus. Und eine große Glattbauchspinne Zelotes spec. die ich eventuell durch mein umherlaufen aufgeschreckt habe, denn sie ist eigentlich eine nachtaktive Spinne. An Pflanzen fiel mir nur der schon blühende Frühlings-Spark (Spergula morisonii) auf.

Die dort häufige Frühlings-Wegwespe Anoplius viaticus ist derzeit noch nur vereinzelt anzutreffen. Auch Wildbienen sind noch nicht viele anzutreffen. Lediglich ein paar wenige, unbestimmbare Andrena-Arten.

Nachdem ich dann doch noch mal alle Kiefern dort erfolglos nach der Gespinstblattwespe absuchte, ging ich ein paar Meter weiter zu einer kleinen Birke. Da konnte ich mich kaum entscheiden, welchen der drei gleichzeitig gesichteten Käfer ich zuerst fotografieren sollte: Ampedus cf. pomorum, Athous haemorrhoidalis (Rotbauchiger Laub-Schnellkäfer) oder Phyllobius pyri - einen Grünrüssler... Naja, ich bekam sie alle, wobei das Foto des Rüsslers wesentlich besser gelungen ist.

Dann drängte auch schon die Zeit und ich musste den Heimweg antreten - leider.

 

 

Zum Abschluss dieses Monats noch die Funde von meiner Fensterbank:

Andrena agilissima / Sandbiene (RL 3)

Lasioglossum pallens / Furchenbiene

Vespula germanica / Deutsche Wespe (Königin)

Vespula vulgaris / Gemeine Wespe (Königin)

Melasoma populi / Pappelblattkäfer

 

 

 

Mai

01. Mai 2008

Ausflug mit Nina zu den Schachblumen im Sinntal. Als Zugabe gab es noch zwei Orchideenarten zu bewundern: Orchis mascula und Orchis morio.

Hier sind alle Fotos.

 

03. Mai 2008

Mal schnell mit dem Rad zu den Weilbacher Kiesgruben. Siehe da, der Rundweg ist wieder in gewohnter Weise zu nutzen - sehr gut!!!

Gefunden habe ich heute leider nicht wirklich viel. Einen Trauerschweber Hemipenthes morio, eine kleine Kräuselspinne Nigma flavescens, eine große Schlupfwespe, eine Skorpionsfliege der Art Panorpa germanica und in der Wasserwerkallee zudem die in dieser Zeit hier häufige Pflanzenwespe Elinora koehleri.

Sehr geärgert habe ich mich über mein Unvermögen ein brauchbares Foto einer Maskenbienenpaarung hin zu bekommen. Das ärgert mich wirklich maßlos!!!

Halbwegs gelungen dagegen sind Fotos einer Sichelwespe (Therion circumflexum) auf der Suche nach Schmetterlingsraupen.

Auf dem Rückweg, entlang des Wasserwerkwaldes, begleitete mich stets der Ruf eines Kuckucks: der Frühling ist etabliert.

 

04.Mai und 11. Mai 2008

Ausflug mit Nina zu den Karlstadter Trockengebieten.

 

18. Mai 2008

Ich bin derzeit sehr eingeschränkt was Touren anbelangt, da ich einen altersschwachen Hund zur Pflege bei mir habe. Es wird also erst wieder Tourenberichte nach dem 28. Mai geben. Aber, die Natur kam zu mir ans Fensterbrett! Ich konnte eine Gemeine Blattschneiderbiene beim Nestbau beobachten. Schauen Sie hier.

Und eines morgens, beim Gassi gehen, entdeckte ich auf einem Blatt diese Gemeinschaft beim gemeinsamen Sonnenbaden: Harmonia axyridis (Käfer und Larve) und eine Schmeißfliege.

 

22. Mai 2008

Ich bin ja aufgrund meines derzeitigen Pflegehundes stark in meinem Aktionsradius eingeschränkt, doch ohne ihn hätte ich eine wahre Fundgrube an Insekten gar nicht entdeckt: ein kleines, verwildertes Stück Grünfläche der Deutschen Bahn fast direkt vor der Haustüre. Ich fand an einem Vormittag gleich vier Farbvarianten von Merodon equestris, der Narzissenschwebfliege - konnte aber leider nur zwei fotografieren. Auch die wunderschöne Späte Gelbrandschwebfliege, Xanthogramma pedissequum fand ich dort, die Hummelschwebfliege Volucella bombylans, sowie die etwas seltsam anmutenden Buckelblasenkopffliege Myopa tessellatipennis und die Breitstirnblasenkopffliege Sicus ferrugineus. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass ich dort die seltene Helm-Azurjungfer, eine Schlanklibellenart gesichtet habe, sicher ist dagegen der Fund von Coenagrion puella, der sehr häufig anzutreffenden Hufeisen-Azurjungfer. Weitere Funde von dort: Empis livida, eine Tanzfliege; Pegomya testacea, eine Blumenfliege; die Paarung von Platystoma seminationis, einer Breitmundfliege; die Bohrfliege Rhagoletis meigenii; Syritta pipiens; die Gemeine Keulenschwebfliege; den wunderschönen Weiden-Liniennbock Oberea oculata; Blattwespen der Arten Macrophya montana und Macrophya alboannulata (oder A. albicincta); die Glasflügelwanze Corizus hyoscyami. Alle Funde binnen einer Stunde!


 

Juni

01.Juni 2008

Eigentlich wollte ich in diesen Tagen zwei bis drei Touren mit Anja zur Schwäbischen Alb machen - doch leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und wir konnten nur eine, wenn auch wunderschöne Tour machen. Es ist die gleiche wie im Juni 2006, doch habe ich jetzt eine bessere Kameratechnik zur Hand und es gab auch neue Funde - insbesondere natürlich Insekten. Die konnte ich ja 2006 mit der alten Kamera überhaupt nicht fotografieren. Schade war nur, dass wir im Grunde etwas hetzen mussten, da wir auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen waren. Na ja, wir haben beschlossen, nächstes Jahr nochmals dorthin zu fahren aber dann nicht den gesamten Rundweg ablaufen sondern nur das NSG Eichhalde durchforsten. Hier sind alle Fotos.

 

06.Juni 2008

Ausflug mit Nina zum NSG Mainzer Sand. Es gab eigentlich nur einen Grund, dorthin zu fahren: die Sand-Lotwurz (Onosma arenaria). Als Zugabe gab es noch eine Keulenhorn-Blattwespe der Roten Liste (RL 3): Corynis obscura.

 

07. Juni 2008

Mal wieder ein Rundgang alleine: Insektensuche! Hattersheim - Weilbacher Kiesgruben und zurück. Erschreckend, wie wenig ich auf dieser Tour fand. Zu erwähnen ist vor allem die nicht so häufige Schnepfenfliege Chrysopilus luteolus und die zwar nicht so seltene, dafür imposante Gemeine Langbauchschwebfliege Xylota segnis. Vor allem fand ich kaum Schmetterlinge. Lediglich ein großes Ochsenauge (Maniola jurtina) und zwei Braunkolbige Dickkopffalter (Thymelicus sylvestris). Nebenbei suchte ich die beiden mir bekannten Standorte von Epipactis helleborine (Breitblättrige Stendelwurz) auf. Erfreulich war die Bestandsentwicklung in der Streuobstwiese am Rande Hattersheims und auch am Rundweg der Weilbacher Kiesgruben steht noch das eine Exemplar von letztem Jahr wieder. Die Blüte dürfte so ab 01. Juli 2008 sein, wer mit möchte: bitte melden. Ebenfalls gesucht und gefunden: die Kornrade. Dieses Jahr ein wunderschönes Exemplar und zwei kümmerliche.

 

08. und 14. Juni 2008

Zwei weitere Ausflüge mit Nina zu den Karlstadter Trockengebieten. Diesmal mit Abstecher zum Saupurzel - der sich wirklich lohnte! Hier nur kurz erwähnt: Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera), Hundswurz (Anacamptis pyramidalis), Epipactis atrorubens (Braunrote Stendelwurz) und Consolida regalis (Acker-Rittersporn).  Außerdem noch die sehr seltene Elsässer Sommerwurz (Orobanche alsatica ssp. alsatica), ein Vollschmarotzer auf der Hrschwurz. Ebenfalls vom Saupurzel: die seltene Keulhornwespe Abia nitens (RL 2).

Alle Fotos hier.

 

12. Juni 2008

Nur mal kurz zwei Besucher meiner blühenden Kakteen: Eupeodes luniger (Mondfleck-Feldschwebfliege) und Scaeva pyrastri (Späte Großstirnschwebfliege)

 

20. und 21. Juni 2008

Ausflüge mit Nina zur Milseburg und den Oberbernhardser Höhen sowie zum Roten und Schwarzen Moor (alles in der Rhön). Alle Fotos hier.

Krankheitsbedingt sonst nicht mehr unterwegs.

29. Juni 2008

Heute wollte ich eigentlich zu den Mönchbruchwiesen radeln, doch kam ich nur bis zu den Sandgebieten an der Neuwegschneise. Dort ging nach einem Sturz meine Brille kaputt (neue Brille: Kostenpunkt rund 300 Euro..., Geldspenden sind willkommen!). Zuvor fand ich aber noch am Mainufer den seltenen Roten Ampfer-Glasflügler (Pyroteron chrysidiforme) und im Sandgebiet den kleinen Schweber Systoechus ctenopterus.

Auf dem Weg dorthin machte ich kurz Halt am Waldbesetzer-Camp (nähe Kelsterbacher See). Ich finde das eine gute Sache und habe gleich mal was in die Sammelbüchse geworfen. Unterstützen sie doch auch die Waldbesetzer! Mehr Infos dazu hier:

www.waldbesetzung.blogsport.de

 


Juli

06. Juli 2008

Heute wollte ich Anja die Orchideenblüte in der Hattersheimer Streuobstwiese zeigen. Wir waren entsetzt, was wir dort vorfanden. Mitten hinein in den Epipactis helleborine Bestand hat irgendein A...loch seinen Elektroschrott gekippt und dabei einige Pflanzen zerstört! èsiehe hier. Diese Ignoranz der Umwelt und Natur gegenüber ist einfach nur widerwärtig!!! Das Höchster Kreisblatt berichtete am 12.07.08 darüber.

 

09. Juli 2008

Die Stadtwerke haben zwischenzeitlich den Elektroschrott abgeholt, doch haben, wie es scheint, die Männer der Stadtreinigung dabei noch einmal ein paar der Orchideen platt getrampelt... Auf dem Weg zu dem traurigen Ort stieß ich noch überraschend auf eine Kleine Silbermundwespe (Lestica clypeata) - wieder eine Rote Liste Art (RL 3).

 

12. Juli 2008

Kurzer Ausflug bei miesem Wetter mit Nina zum NSG Mainzer Sand. Trotz Regens wurden wir reich beschenkt. Es wächst derzeit der wunderschöne Ährige Blauweiderich (Pseudolysimachion spicatum) - RL 3, die Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) - RL 2, die Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium) - RL 2, Ebensträußiges Gipskraut (Gypsophila fastigiata) - RL 3 und der Neophyt Psyllium arenarium (Sand-Flohsame). Zudem fliegt die Sandbiene Andrena pilipes (RL 3) in großer Zahl.

 

13. Juli 2008

Der heutige Ausflug mit Nina in die Karlstadter Trockengebiete bescherte uns zwar nicht viele, dafür aber schöne und außergewöhnliche Funde. Allen voran das Rundblättrige Hasenohr (Bupleurum rotundifolium), mittlerweile eine Rarität in Deutschland (Rote Liste 1). Nicht ganz so selten, aber dennoch eine Rote Liste Art ist die Weiße Braunelle Prunella laciniata (RL 3). Auch einen selten gewordenen Nachtfalter fanden wir in einigen wenigen Exemplaren vor, die Ockerfarbene Queckeneule (Eremobia ochroleuca) - Rote Liste 3. Nicht so selten die Funde vom Silbergrünen Bläuling (Polyommatus coridon) und Sechsfleckwidderchen (Zygaena filipendulae).

 

17. Juli 2008: Ein langer Bericht im Höchster Kreisblatt über Naturspaziergang.

Insgesamt ist der Juli bislang (bis 21. Juli) nicht berauschend, was das Wetter anbelangt - einfach nur grau und kühl. Keine guten Bedingungen zum Fotografieren.

 


August

In diesem Monat werde ich mich wohl ganz auf das Sandgebiet am Frankfurter Flughafen konzentrieren. Ich war bis heute (08. August) zweimal dort und kam jedes Mal mit tollen Funden zurück. Gerade im Moment ist dies Areal eine Fundgrube in Sachen Hautflügler (Bienen/Wespen). Dort tummeln sich Grab-, Weg- und Goldwespen. Ablichten konnte ich bislang die Große Fliegenspießwespe Oxybelus argentatus und die viel kleinere Oxybelus bipunctatus (Fliegenspießwespe), die Bleigraue Wegwespe Pompilus cinereus, und endlich einmal eine Goldwespe - und die habe ich so glücklich fotografieren können, dass sie sogar bis zur Art bestimmt werden konnte (Dank an Dipl. Biologe Klaus Rennwald!!!): Hedychrum niemelaei. Ich habe auch noch viele andere Hautflügler gesehen aber noch nicht fotografieren können - ich hoffe, das gelingt bei den nächsten Besuchen. Nachtrag: am 09. August konnte ich noch Ammophila campestris, die Feldsandwespe fotografisch festhalten.

Am 16. August konnte ich in dem Sandgebiet noch die seltene Grabwespe Miscophus bicolor (Rote Liste 3) fotografieren - eine Art, von der es im Internet so gut wie keine Fotos gibt. Auch eine weitere Goldwespenart kam mir vor die Linse: Hedychrum rutilans. Eine andere ließ sich nur auf das Artenpaar Hedychrum niemelaei/nobile / Sand-Goldwespe eingrenzen. Sie parasitiert in Nestern des Bienenwolfs (Philanthus triangulum).

Ein besonderer Fund ist die Kleine Goldschrecke Euthystira brachyptera - in Hessen schon eine kleine Rarität. Allgegenwärtig sind natürlich auch dieses Jahr die Blauflügeligen Ödlandschrecken Oedipoda caerulesces.

Es gab auch zwei neue Käferarten zu entdecken. Einer ganz elegant glänzend und nicht soo selten (dennoch nicht oft zu sehen, da er überwiegend nachtaktiv ist): Harpalus smaragdinus - ein Schnellläufer. Und dann noch einen seltenen und recht großen Rüsselkäfer: Coniocleonus hollbergi. Ach, da hätte ich doch eben fast noch die endlich geglückten Aufnahmen von Cicindela hybrida, dem Dünen-Sandlaufkäfer vergessen...

Auch in meiner Wohnung gab es wieder ein paar "Tierchen" zu entdecken. Zum Beispiel die wärmeliebende Speispinne Scytodes thoracica, oder die zwei Wanzenarten Phytocoris tiliae (eine Weichwanzenart) und Acanthosoma haemorrhoidale, eine Stachelwanze. Außerdem verirrten sich noch die Bleiche Graseule Mythimna pallens (eine schlichte Eleganz zeichnet sie meiner Ansicht nach aus) und der wunderschöne Gelbspanner Opisthograptis luteolata eines Nachts in meine Küche.

 

14. August 2008

Heute machte ich einen kleinen Spaziergang durch die Mainwiesen zwischen Okriftel und F-Sindlingen. Es gab auch tatsächlich noch etwas zu entdecken: Grabwespen der Art Ectemnius continuus und eine weitere aber nicht näher bestimmbare Ectemnius-Art sowie eine Wegwespe aus der Gattung Arachnospila. Auch eine neue Schwebfliegenart gab es zu bestaunen: Chrysotoxum arcuatum, die Späte Wespenschwebfliege. Besonders überraschend und fast sensationell war der Fund eines weiblichen Kurzschwänzigen Bläulings (Cupido argiades) - eine Art, die sonst fast nur im südlichen Deutschland zu finden ist.

Hier noch zwei Naturphänomene: ein Blitz vom 10. August und zwei Fotos der partiellen Mondfinsternis vom 16. August hier und hier.

 

30. August 2008

Ein herrlicher Ausflug mit Nina und Reiner und Pflegehund Stöpsel Richtung Vogelsberg. Hauptgrund dieser Tour war die Blüte der bei Ortenberg vorkommenden Herbst-Drehwurz (Spiranthes spiralis), eine kleine, nahezu winzige und unscheinbare Orchidee. Erst bei näherer Betrachtung erschließt sich ihre ganze Schönheit, ihr fast bizarr anmutender Wuchs.

Bei der anschließenden Wanderung am Hoherodskopf fanden wir noch einige blühende Exemplare der Trollblume (Trollius europaeus) und fruchtenden Trauben-Holunder (Sambucus racemosa). Außerdem ist die Blütezeit der Herbst-Zeitlosen (Colchicum autumnale) in vollem Gange, wir fanden eine wirklich hübsche kleine Gruppe, die fast wie ein Blumenstrauß wirkt. Auf dem Weg zurück Richtung Auto entdeckte Reiner mit seinem wachen Blick noch die schöne Raupe des Mittleren Weinschwärmers (Deilephila elpenor) und ich am Boden noch eine Roesels Beißschrecke (Metrioptera roeselii).

Zuletzt waren wir noch auf dem Glauberg-Plateau. Dort wimmelt es von Insekten, doch leider ließ mich der kleine Pflegehund kaum Aufnahmen machen, mit seiner neugierigen Nase verscheuchte er immer die Motive...  Lediglich die Hornfliege Limnia unguicornis konnte ich gut fotografieren. An Pflanzen sei hier nur kurz der Rote Zahntrost Odontites vulgaris und der jetzt fruchtende Zwerg-Holunder Sambucus ebulus erwähnt.

Am späten Nachmittag schlossen wir diesen Ausflug mit Glück im Herzen ab und Nina und ich wissen: nächstes Jahr müssen wir diese Tour wiederholen - ohne Hund :-)).


September

Leider konnte ich in diesem Monat krankheitsbedingt keine Touren machen. Andererseits war das Wetter den ganzen Monat über auch nicht wirklich berauschend (sehr nass und überraschend kalt).

Nina hat mir zwei wunderschöne Fotos eines Plattbauchs (Libellula depressa) zur Verfügung gestellt. Somit ist nun auch diese Libelle in den Artenportraits und der Fotogalerie vertreten.

Lediglich am 28. September konnte ich mit Anja bei Sonnenschein und 20 Grad einen kleinen Spaziergang zum Rosarium machen. Als wir in einem angrenzenden Rosenfeld einer Gärtnerei die vielen Sorten bewunderten und richtige Duftwunder fanden, machte mich Anja auf ein von ihr auf einer Blüte entdecktes Insekt aufmerksam. Ich staunte nicht schlecht: saß da doch eine Büffelzikade! Eine aus Nordamerika eingeschleppte Art, die erst 2005 bei uns im Main-Taunus-Kreis nachgewiesen wurde.


Oktober

11. Oktober 2008

Bislang machte ich noch keine Touren, dennoch füllte Naturspaziergang fast jeden Tag zur Gänze. Ich habe die oft trüben und nassen Tage dazu genutzt, um für Euch ein paar Artikel zu schreiben. So entstanden bis heute die Artikel Wissenswertes über Wespen (insgesamt sechs Artikel plus Vorwort) und die beiden Teile von Wissenswertes über Orchideen. Ich habe sie bewusst (und da ich selbst ja auch kein Biologe bin) einfach und, so hoffe ich, allgemeinverständlich gehalten.

Zum anderen habe ich an optischen Veränderungen und (hoffentlich) Verbesserungen der Naturspaziergangseiten getüftelt. Das Resultat seht ihr ja gerade. Die Titel-Banner möchte ich zukünftig den wechselnden Jahreszeiten anpassen. Was haltet Ihr von diesen Änderungen?

 

21. Oktober 2008

Bei den erforderlich gewordenen Umstrukturierungsmaßnahmen dieser Webseite haben sich die Adressen der meisten Seiten geändert, da ich alle Hauptseiten nun in einem neuen Ordner zusammenfassen musste (das macht zukünftige Arbeiten und Änderungen einfacher). Zudem scheinen einige Links zu Fotos dabei unbrauchbar geworden zu sein. Ich habe heute die defekten Links auf den Fotoübersichten von Käfern, Bienen und Zweiflüglern repariert. Bitte, wenn Ihr solche Fehler findet, meldet sie mir. Ich kann so langsam nicht mehr alles im Blick haben - bei dem Umfang, den Naturspaziergang mittlerweile hat.

 

Beim durchstöbern der rund 5000 noch auf meinem Rechner verbliebenen Fotos von diesem Jahr (ich denke, in etwa die gleiche Anzahl wurde mangels Qualität umgehend gelöscht), fand ich noch ein Kleinod: eine rot gefärbte Gehöckerte Krabbenspinne (Thomisus onustus). Außerdem konnte ein Grün-Widderchen vom Saupurzel (Karlstadt), das ich am 14. Juni dort fand, nun endlich einer Gattung zugeordnet werden: Jordanita spec. - die Grün-Widderchen dieser Gattung lassen sich ohne Genitaluntersuchung nicht näher bestimmen und gelten insgesamt als sehr selten und vielerorts in ihrem Bestand stark gefährdet. Diese Neulinge musste ich natürlich noch einbauen.

 

24. Oktober 2008

Nachdem mich nun schon mehrere Menschen fragten (und gleichzeitig ermunterten), ob ich denn nicht meine Beobachtungen, Erlebnisse und Funde - also das, was ich hier auf Naturspaziergang dokumentiere - irgendwann in einem Buch veröffentlichen möchte, habe ich diese Vorschläge nun einmal überdacht und kann es mir ganz fern durchaus Vorstellen. Es wäre schon schön, ein Buch über dies alles hier zu schreiben. Andererseits gibt es schon so viele gute Naturbücher... Nun denn, die nächsten Jahre werden zeigen, ob sich Naturspaziergang in ein Buch verwandeln kann. Da es aber schon eine Buchreihe mit gleichnamigem Titel gibt, müsste ein solches Werk natürlich anders heißen. Ich dachte da spontan an "Natur im Blick" und habe heute die Domain www.natur-im-blick.info registrieren lassen und eine Miniseite unter der Adresse installiert. Wer weiß, wenn das mit dem Buch tatsächlich klappen sollte, dann zieht naturspaziergang.de dorthin um - als Begleitung zum Buch.

 


 

November

Die seit dem 21. Oktober andauernden Umstrukturierungen der Seiten geht unverändert weiter. Ich hoffe, als Endergebnis ist Naturspaziergang übersichtlicher und benutzerfreundlicher.

2. November 2008:

Die 1238 Seiten und 2382 Fotos aus denen sich diese Homepage zusammensetzt, sind nun fast alle völlig neu und fertig strukturiert. Insbesondere die Neugliederung der Pflanzen- und Artenportraitlisten war lange überfällig. Unter "Pflanzen" finden sie nun eine völlig neu geordnete und zusammengefasste Übersicht der hier vorgestellten Pflanzen; unter Artenportraits finden Sie nun ebenfalls eine neue, verbesserte Struktur. Die Seiten "Funde" und "Touren-Tagebücher" sind nun über die Übersichtsseite Touren und Funde zu erreichen. Die Rubrik "Wissenswertes" sowie die "Unterwegs" Seiten sind auch neu gegliedert und teilweise neu gestaltet. Ich hoffe, die Mühen der letzten Wochen haben sich gelohnt und sie finden nun schneller nach dem, was Sie suchen. Auch in Hinblick auf die kommenden, hoffentlich auch weiterhin erfolgreichen Jahre, ist Naturspaziergang jetzt sicher gut gerüstet und bereit, noch weitere tausend Seiten und Fotos aufzunehmen. Leider haben diese Arbeiten auch dazu geführt, dass in Suchmaschinen erst einmal für längere Zeit "tote" Seiten aufgeführt werden. Es wird wohl einige Monate brauchen, bis die neue Seitenstruktur beispielsweise bei Google korrekt angeführt wird. Etwas ärgerlich ist natürlich der dort verloren gegangene PageRank von 2. Nun, irgendwann habe ich den wieder.

Ich denke,es gilt nun nur noch, diverse "Kinderkrankheiten", die bei dieser umfangreichen Neuordnung der Seiten entstanden sein können, auszumerzen. Daher gilt weiterhin mein Appell an meine Besucher: Meldet bitte defekte Links oder andere Fehler.

 


Dezember

Nun, die Arbeiten sind umfangreicher und langwieriger als noch Anfang November gedacht - aber, sie lohnen sich meiner Meinung nach sehr.

Alles in Allem war 2008 ein aufregendes und von vielen Funden geprägtes Jahr. Hauptsächlich ist dies Nina zu verdanken, mit der ich viele wunderschöne Touren in äußerst interessante Gebiete machte.

Ich Danke Ihnen, liebe Besucher von Naturspaziergang, für Ihr Interesse an dieser Homepage, für Ihr Lob, aber auch für Ihre Kritik.

Auch 2009 dürfte ein besonderes Jahr werden. Wenn nicht etwas unvorhergesehenes passiert, gibt es im Frühling eine Fotoreise quer durch Italien (vom Norden runter bis nach Sizilien) mit Endziel Nordtunesien. Ich bin gespannt, was es alles zu entdecken gibt. Jahreszeitlich ist es noch sehr früh, aber einige interessante Pflanzen (darunter einige Orchideenarten) haben dann ihre Blütezeit in Tunesien. Nicht zu vergessen sind natürlich die aufregenden Landschaften.

In diesem Sinne: ich freue mich auf die nächste Saison und Ihren Besuch! Vielleicht sehen wir uns ja einmal bei einer Wanderung.

 Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

 

 

 

 

 


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Stand: 21. Januar 2017