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Anoplius viaticus / Frühlings - Wegwespe

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Familie: Wegwespen - Pompilidae / Überfamilie: Vespoidae
Größe:

etwa 8-11mm / etwa 10-14mm

Besondere Merkmale:

Die Weibchen von A. viaticus haben am letzten Hinterleibssegment zahlreiche schwarze Borsten. Es gibt andere, ähnlich gefärbte Wegwespen, die meist seltener sind und ein abweichendes Nistverhalten haben.

Wo zu finden:

Sandige Gebiete (z.B. Binnendünen, Sandgruben, Sandheiden), dort meist häufig.

Wann zu finden:

Überwinternde Weibchen etwa ab April; Die neue Generation (Männchen und Weibchen) ab etwa Juli bis September. 

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Anoplius viaticus / Frühlings - Wegwespe / Familie: Wegwespen - Pompilidae / Überfamilie: Vespoidae 

Fundort: / Sand-Heide an der  Neuwegschneise / Mönchbruch
Datum: 27. März 2007


Lebensweise:

Je nach Witterung lockt die zunehmend wärmende Sonneneinstrahlung im Frühling schon Ende März, meist aber erst im April die im Sandboden überwinternden befruchteten Weibchen aus ihren Winternestern. Kaum sind sie erwacht,Trochosa spec. beginnen sie umgehend mit den Nestgründungen. Dafür gehen sie zunächst auf die Jagd - und zwar nach Wolfspinnen. Meist sind es Spinnen der Gattung Trochosa die ihr zum Opfer fallen. Diese, man könnte meinen, sehr wehrhaften Spinnen, sind meist um einiges größer als ihre Jägerin. Doch wenn eine Frühlings-Wegwespe sie in ihrem Versteck (diese Spinnen sind nachtaktiv und tagsüber gut verborgen in kleinen Erdhöhlen oder unter Steinen, Holzstückchen, Moospolstern o.ä.) aufspürt, gibt es nur einen sehr kurzen Kampf - bei dem die Spinne wohl ausnahmslos die Verliererin ist.

Ich konnte solch ein Schauspiel leider erst einmal beobachten - doch leider nicht fotografieren (hatte ausgerechnet da meine Kamera nicht dabei). Es dauerte keine Minute, bis die Wespe ihren Stich anbringen und die Spinne dadurch wirklich rasend schnell gelähmt wurde. Anschließend packte sie ihre Beute an der Unterseite und zerrte sie rückwärts gehend zwischen den Heidekrautbüschen hervor und weiter zur nächstgelegenen freien Sandfläche - die war etwa zwei Meter entfernt. Dort legte sie die Spinne in den Schatten eines kleinen Grasbüschels und rannte dann in einem aberwitzigen Tempo kreuz und quer in der näheren Umgebung über den Sand. Zwischendurch kam sie dabei immer wieder kurz zu der abgelegten Spinne zurück. Das ging in etwa eine halbe Stunde lang so und ich wollte schon wieder aufbrechen, doch dann begann die Wespe etwa fünfzig Zentimeter von dem Grasbüschel entfernt im Sand zu graben. Es dauerte eine Weile, bis sie ihr Nest fertig hatte, jedenfalls rannte sie schließlich wieder los und musste einen Moment suchen bis sie die Spinne wieder fand. Dann packte sie sie erneut und schleppte sie rückwärts zum Nesteingang und verschwand mit ihr in der Tiefe. Dort legte sie dann ihr Ei ab (konnte ich natürlich nicht sehen - aber so ist ja der Ablauf) und kam eine Weile später wieder heraus und scharrte das Loch wieder komplett zu. Sie bemühte sich sogar, den lockeren Sand mit ihrem Hinterleib etwas zu verfestigen. Dann schien sie sich erneut auf die Jagd zu begeben, aber ich verlor sie dabei aus den Augen.

Diese spannende Nistphase geht dann insgesamt bis etwa Anfang Juni (es schlüpfen ja nicht alle überwinternden Weibchen gleichzeitig und so können die als erstes erwachten schon im April mit ihren Nestern fertig und gestorben sein, während andere jetzt erst aus der Erde kommen). Da Anoplius viaticus in fast allen Sandgebieten vorkommt und dann auch meist nicht selten ist, sollten Sie eines vielleicht mal im Frühjahr besuchen und nach ihr Ausschau halten - mit etwas Glück und vor allem Geduld können Sie sicher auch ein solches Erlebnis haben. Im Frühsommer/Sommer gibt es dann ein paar Wochen, in denen man diese Wegwespe nicht mehr finden kann. Die Nestgründerinnen des Frühjahrs sind gestorben und die neue Generation schlüpft erst ab etwa Mitte Juli. Dann kann man aber auch die Männchen sehen, die nun ihr kurzes Leben beginnen. Bis etwa Ende August - September geht nun die Paarungszeit an deren Ende die Männchen sterben. Die nun befruchteten Weibchen dagegen sind nun wieder bei eifrigen Grabungen zu beobachten. Jetzt werden aber keine Nester gegraben sondern Winterquartiere in denen sie bis zum folgenden Frühjahr verharren und ein neuer Zyklus beginnt.

Nahrung: Imago: Pollen und Nektar   Larven: Wolfspinnen, überwiegend der Gattung Trochosa

Gefährdung und Schutz: Nicht gefährdet / Nicht unter Schutz gestellt

Anmerkungen:

Ob ich nochmals zu den Sandgebieten am Frankfurter Flughafen komme, weiß ich nicht. Durch den Bau der neuen Startbahn bin ich zumindest auf dem Radweg wohl von dort abgeschnitten. Dabei würde ich zu gerne einmal das gesamte Schauspiel der Jagd fotografisch festhalten.

 
 

 

Anoplius viaticus / Frühlings - Wegwespe / Familie: Wegwespen - Pompilidae / Überfamilie: Vespoidae Anoplius viaticus / Frühlings - Wegwespe / Familie: Wegwespen - Pompilidae / Überfamilie: Vespoidae

/ Sand-Heide an der Neuwegschneise / Mönchbruch

27. März 2007
 

/ Sand-Heide an der Neuwegschneise / Mönchbruch

27. April 2008


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