Naturspaziergang-Unterwegs

Der Rotenfels im Nahetal - 2009

Letzte Aktualisierung:

21. Januar 2017 09:32


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Der Rotenfels im Nahetal (Fotos unten)

Am 30. Mai 2009 brachen Nina und ich zu einer Tour ins Nahetal auf. Ziel war das Felsmassiv Rotenfels, eine bis rund 200m hohe und 1200m lange Steilwand die schroff an der Nahe aufragt. Es ist ein Naturschutzgebiet und anders als die bislang von uns bevorzugten Kalkgebiete wie Karlstadt ein Areal mit saurem Boden. Dementsprechend kommen andere Pflanzen- und Insektenarten vor.

Von Frankfurt aus erreicht man den Rotenfels sehr gut und mit einer Fahrzeit von etwa einer Stunde auch recht zügig - also ideal für einen Ausflug. Man fährt über die A 66 nach Wiesbaden bis zum Schiersteiner Kreuz, dort auf die A 643 Richtung Mainz/Bingen, am Dreieck Mainz auf die A 60 Richtung Trier, dann weiter auf der A 61 bis zur Ausfahrt 51-Bad Kreuznach, dann weiter in Richtung Bad Münster am Stein-Ebernburg - dort angekommen suchen Sie sich einen Parkplatz rechter Hand. Wir parkten am Ende der Rotenfelser Straße, von dort startet ein Wanderweg hoch zum Rotenfels. Und gleich neben unserem Parkplatz auf dem Gehweg entdeckten wir ein Listspinnen-Weibchen (Pisaura mirabilis), dass seinen Eikokon mit sich trug. Zunächst geht man dann auf einen kleinen asphaltierten Weg einen Weinberg empor und hat links einen schönen Blick auf die Ebernburg. Rechter Hand wird er nach einer kurzen Wegstrecke von einer Trockenmauer gesäumt auf deren Sandsteinen man die Landkartenflechte findet. Nach insgesamt etwa 300m Strecke zweigt (ausgeschildert "Rotenfels") ein schmaler, unbefestigter Weg nach rechts ab. Dieser windet sich schließlich in engen Serpentinen hinauf zum Plateau. Zumindest für diesen Abschnitt empfehle ich dringend festes Schuhwerk. Dieser Weg führt zunächst durch einen Laubwald mit Eichen, Buchen und Ahorn - darunter auch eine Besonderheit des Gebietes: der Französische Ahorn (Acer monspessulanum). In der Krautschicht finden sich neben dem Weg unzählige Pech-Nelken (Silene viscaria) - die leider ebenso wie die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) schon fast alle verblüht waren, vereinzelt leuchteten die Blütenkerzen des Diptam (Dictamnus albus) und auch die Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus) sowie die Straußblütige Margerite (Tanacetum corymbosum) sind zu finden. Die wunderschönen, weiß blühenden Heckenrosen (Rosa spec.), die insbesondere im unteren Abschnitt wachsen, konnte ich leider noch nicht genauer bestimmen. Ein ständiger Begleiter ist auch eine Tüpfelfarn-Art (Polypodium vulgare agg.), die ich nicht bis zur Unterart bestimmen konnte. Ebenfalls in der Krautschicht zu finden: die Gemeine Strauchschrecke (Pholidoptera griseoaptera), zu dieser Zeit allerdings nur Nymphen und ein kleiner, leuchtend roter Käfer, der Eichenblattroller (Attelabus nitens). Je weiter man nun nach oben kommt, desto mehr wandelt sich der Wald. Bald dominieren Kiefern das Bild und der Waldboden wird "nackter". Dafür sind immer häufiger blanke oder mit Flechten bewachsene Felsen zu sehen. Darauf tummeln sich nicht selten Springspringen der Art Aelurillus v-insignitus. In der Laubspreu des lichten Kiefernwaldes ist die Waldwolfspinne (Xerolycosa nemoralis) häufig unterwegs. In manchen Kurven der Serpentinen stehen Bänke zum ausruhen. Meist ist an einem solchen Platz der Hang mit einer Trockenmauer abgestützt und wenn man Glück hat, entdeckt man auf einem der Steine eine sich sonnende Bergeidechse (Zootoca vivipara).
Oben angekommen hat man gleich einen ersten schönen Ausblick. In Felsspalten wächst dort oben der Ausdauernde Knäuel (Scleranthus perennis), eine kleine, auf den ersten Blick unscheinbare Pflanze deren Schönheit sich erst bei genauer Betrachtung erschließt. Der Weg führt nun am Rande des Rotenfels entlang und bietet immer wieder schöne Ausblicke ins Nahetal und in die Ferne. Mit etwas Glück finden Sie hier oben die seltene Bindenblutzikade (Cercopis sanguinolenta) oder den ebenfalls seltenen Prachtkäfer Anthaxia salicis. Da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, darf man die Wege nicht verlassen. Was für die Pflanzen- und Tierwelt ein Segen ist, kann für einen Naturfotografen auch schon einmal frustrierend sein. Denn außer den seltenen Tagfaltern Pyrgus carthami und Polyommatus belargus die ich fotografieren konnte, gibt es hier noch unzählige andere Schmetterlingsarten - ebenfalls seltene aber natürlich auch überall häufige Arten. Ähnlich sieht es bei den Hautflüglern aus, deshalb konnte ich von der Wollbiene Anthidium scapulare auch kein vernünftiges Foto machen und verzichte bis auf weiteres auf ein Artenportrait für diese Art.
Da es kein Rundweg ist, muss man am Ende des Weges angelangt, wieder die gleiche Strecke zurück - kann aber kleine Abstecher auf die Hochebene machen. Dauer der Wanderung etwa zweieinhalb bis drei Stunden - wir brauchten fünf...

Ebernburg
 
Ebernburg Ausblicke Ausblicke
Ausblicke

 

Ausblicke / Felswand gegenüber des Rotenfels Ausblicke / Rotenfels Rotenfels
     
Rotenfels
 
     
Polypodium vulgare
Tüpfelfarn
Acer monspessulanum
Französischer Ahorn
 
Acer monspessulanum
Französischer Ahorn
Jasione laevis
Ausdauerndes Sandglöckchen
 
Melampyrum pratense
Wiesen-Wachtelweizen
Rosa spec.
Unbestimmte Rose
Rosa spec.
Unbestimmte Rose
Scleranthus perennis
Ausdauernder Knäuel
 
Silene viscaria
Pechnelke
Tanacetum corymbosum
Straußblütige Margerite
Stipa tirsa
Roßschweifiges Federgras
Rhizocarpon geographicum
Landkartenflechte
 
Anthaxia suzannae
Prachtkäfer
Attelabus nitens
Eichenblattroller
 
Phyllopertha horticola
Garten-Laubkäfer
Stenurella melanura
Kleiner Schmalbock
Eurydema ornata
Baumwanze
 
Cercopis sanguinolenta
Bindenblutzikade
Issus coleoptratus
Echte Käferzikade
Polyommatus belargus
Himmelblauer Bläuling
Pyrgus carthami
Steppenheiden-Würfeldickkopffalter
 
Cerceris rybyensis
Knotenwespe
Sapyga quinquepunctata
Keulenwespe
Macrophya montana
Blattwespe

 
Pholidoptera griseoaptera
Gemeine Strauchschrecke
Aelurillus v-insignitus
Springspinne
Pisaura mirabilis
Listspinne
Xerolycosa nemoralis
Waldwolfspinne
 
     
Zootoca vivipara
Waldeidechse

 
     
 
Unbestimmter Blattkäfer
Chrysolina fuliginosa?
 
Unbestimmter Blattkäfer
Chrysolina fuliginosa?
Cerceris interrupta
Grabwespe
 

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Stand: 21. Januar 2017